Ein Essay über mich

May 1, 2017

Hallo

 

Ich sitze nun da an meinem Laptop und schreibe die ersten paar Zeilen.

Es war spontan gerade. Eigentlich habe ich die vierte Staffel „Breaking Bad“ angefangen, aber ich sehe nur Schauspieler auf meinem Bildschirm herumschwirren und die Münder bewegen sich auch,

- glaube ich -

sie bewegen sich aber folgen kann ich dem ganzen nicht.

Mein Kopf spielt mal wieder mit mir, es redet so laut in meinem Kopf - nein es schreit,

dass ich gar nicht weiß was Walter White gerade sagt. „Das schaffst du“ „Zieh das endlich durch“ „Jetzt mach dich nicht lächerlich“ „das ist nichts für dich“ „versuch es einfach“ „bleib dran“

Schwarz und Weiß wäre so einfach, wenn der lange Weg dazwischen nicht wäre. Wäre das wählen zwischen „Ja“ und „Nein“ eine Strecke dann wäre ich bis heute noch nicht angekommen

(und die beste Marathonläuferin der Stadt) .

Warum ist das so schwer?

Der eigene Schatten ist eine unendlich tiefe, schwarze Grube und ich bin Läuferin und keine Springerin (wie ich schon erwähnt habe). Eine Weg-Läuferin wenn es dann mal brenzlig wird. Eine Vorbei-Läuferin damit es auf keine Fall zur Konfrontation kommt, es könnte ja schließlich einen Totalcrash geben und das wollen wir ja nicht, haben heute ja die neuen Sachen an.

 

Mut zu haben sich zu öffnen, den Mut zu haben etwas souverän nach außen zu tragen. Mut ist so ein kleines Wort und den sollten wir doch gefälligst haben.

„Ich warte bis ich den Mut dazu hab“ weil das haben sie doch alle, alle da oben auf er Bühne, alle die sich im World Wide Web ganz und gar nicht weit weg anfühlen. Die, die sich da präsentieren und ich bin die, die unten steht und sagen kann „Ja den kenne ich“ „Ja genau dem hab ich schon Hallo gesagt“. Ich bin die die eigentlich im Grunde eigentlich gehört werden will, die eigentlich ganz oft „eigentlich“ sagt und immer wieder betont

„Ja klar hab ich eigentlich was zu sagen, wenn nur jemand zu hören würde“ „Das könnte man doch eigentlich viel besser machen!“ „Das ist doch eigentlich nicht ihr Erst?“

 

Doch das ist er, und das ist jetzt meiner!

Die Zweckgemeinschaft von „Eigentlich“ und mir muss wohl leider der offenen Beziehung zwischen Herr Mut und mir weichen (offene Beziehungen sind zudem sehr modern!).

Ich glaube niemand hat einen Überschuss an Mut, um ins kalte Wasser zu springen

– Überschüsse sind da leider überschüssig.

Aber wer weiß schon, was hinter Augen, Mund und Nase auf uns wartet? Eigentlich wissen wir doch gar nicht, ob der Mann auf der Bühne so mutig ist nur weil er ein guter Schauspieler ist, oder das YouTube Video nicht hundert mal gedreht worden ist weil man eben kein so guter Schauspieler ist.

Eine meiner besten Freundinnen hat zu mir gesagt „Ach Bele du hast doch vor gar nichts Angst, du wirkst doch immer so cool und selbstbewusst!“

Oh Gott nein, eine Decke über dem Kopf und ein Oneway Ticket ins Nimmerland wäre mir oft am liebsten.

Aber vielleicht ist es der Wunsch von vielen Menschen, doch das wissen wir nur nicht.

Hinter Augen, Mund und Nase ist ein Zirkus aus Angst, Wünschen, Mut, Versagen,

Liebe und vor allem der Ungewissheit ob das wirklich so das richtige ist.

 

Aber wie rettet man sich nun aus dieser Situation? Naja in dem man mit 80 nicht sagt

„Warum habe ich das eigentlich nicht gemacht?“

In letzter Zeit ist es mir recht egal geworden, was die Leute sagen. Ich muss nicht mehr Schauspielern, weil mein Gott, dann ist es eben so. Man will meistens eh nur den Leuten gefallen, die man doch gar nicht leiden kann. Aber warum? Warum ist es so wichtig was andere sagen?

Man kann eh nie allen gerecht werden. Und allen Menschen gefallen. Deswegen dachte ich mir, dann versuch ich ausnahmsweise doch einfach mir gerecht zu werden.

 

Übrigens ich bin die Bele und die Zirkus Show kann beginnen.

(ich mag keine Tiere im Zirkus aber der Rest darf gern dabei sein)

 

Heys and Hugs,

Bele

 

 

 

 

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